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Ronny Meyer: Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip

Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip:
Energie sparen mit einer optimalen Gebäudehülle

Ronny MeyerDer Darmstädter Bau-Ingenieur und TV-Moderator Ronny Meyer zeigt in seinem neuen Buch „Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip“ wie einfach energie­effizientes Bauen ist. Hier stellen wir nun weitere nützliche Tipps aus diesem Buch vor.

Fördergelder sichern

Die Irreführung war perfekt. Zum Jahreswechsel 2005/2006 wurde die Eigenheimzulage als prominentes Förderinstrument abgeschafft und viele prophezeiten den endgültigen Niedergang des privaten Wohnungsbaus. Einfamilienhaus-Traum geplatzt. Aber Insider wussten, es gibt weit über 4.000 Förderprogramme in Deutschland. Alles halb so wild.

www.foerderdata.de

Nur wenige Bauherren kennen alle dieser hervorragenden Finanzierungsmöglichkeiten. Ein sinnvolles Beispiel: 10 bis 15 Prozent Eigenkapital 30 bis 50 Prozent zinsverbilligte Fördermittel und 35 bis 60 Prozent Annuitätendarlehen. Zum Glück gibt es eine geniale Fördermitteldatenbank. Am Bildschirm kann jeder, der Bauen oder Sanieren will, innerhalb weniger Minuten alle Förderprogramme abrufen, die für ihn in Frage kommen. Diese Internetadresse ist bares Geld wert. Unter www.foerderdata.de findet man alles, was an Geld für den Hausbau noch gefehlt hat.

Bauen ist billig wie nie!

Wer hochwertig baut und mit zinsverbilligten Darlehen finanziert, zahlt unterm Strich oft weniger als die Bauherren „normaler“ Häuser. Hot-Dog-Bauherren zahlen wegen der höheren Investition zwar etwas mehr für die Tilgung, sie sparen aber richtig dick an den Zinsen und an den Heizkosten.

„Energie sparen“ bedeutet „Energieverluste reduzieren“

Für energiesparendes Bauen gibt es mehr verwirrende als glasklare Definitionen. Logisch, dass nur dann ein Konzept eine Chance hat wenn es leicht zu begreifen und einfach umzusetzen ist. Wie das „Hot-Dog-Prinzip“ (Brötchen gleich Dämmung, Würstchen gleich Heizung). Der erste Schritt heißt „Energie sparen mit einer optimalen Gebäudehülle“, der zweite Schritt heißt „Restwärmebedarf mit alternativen Energien abdecken“.

„Energie sparen“ bedeutet „Energieverluste reduzieren“. Das geht besonders gut über die Gebäudehülle, diese sollte man wie ein einziges Bauteil betrachten: Ein Dachfassadenfensterbodenplatten-Element. Energieverluste reduzieren bedeutet zunächst, eine kompakte Gebäudehülle zu entwerfen und das Haus zur Sonne öffnen (siehe Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip: Planungsregeln für energiesparendes Bauen).

Besonders wichtig: Bei der Planung und Ausführung die Wärmebrücken und die Luftdichtheit der Gebäudehülle nie aus den Augen verlieren. Die Wärmebrücken bekommt man mit der Fassadendämmung prima hin. Luftdichheit bedeutet auch auf kleinste Fugen zu achten, die sich in der Gebäudehülle zwangsläufig ergeben. Überall dort, wo unterschiedliche Baustoffe aufeinanderstoßen, gibt es Fugen. Fenster an Mauerwerk, Dämmung an Holzbalken, Dachsparren an Mauerwerk und so weiter. Diese Übergänge müssen dauerhaft luftdicht abgedichtet sein (siehe Beispiel).

Durch Fugen und Ritzen in der Gebäudehülle strömt viel warme Luft nach draußen und transportiert damit teure Wärme aus dem Haus (die komplette Heizperiode hindurch). Doch nicht nur das: Die Luft kühlt beim Durchströmen des Bauteils ab. Tauwasser fällt aus, es entstehen feuchte Stellen und Schimmel.

Mit einer Thermografie-Aufnahme kann man alle Schwachstellen der Fassade aufdecken. Bei diesem „Neubau“ wurde mit Techniken aus frühester Steinzeit gearbeitet! Mit 12-Millimeter-Mörtelfugen. Wenn man mit einer 12-Millimeter-Mörtelfuge arbeitet, dann bestehen rund fünf Prozent der Wandflächen aus Beton (sehr guter Wärmeleiter, kostet später richtig Energie). Selbst wenn die Maurer Wärmedämm-Mörtel nehmen, so sind die Fugen immer noch so schlecht wie Mauern aus den Siebzigern. Dies ist aus heutiger Sicht inakzeptabel. Besser: Dünnbettmörtel!

Immer auf die Fugen achten!

In der oberen Abbildung wurde vergessen, die Fuge zwischen Sparren und Mauer zu schließen. Das kommt vor, wenn der Sparren von der Wand einen Abstand von nur wenigen Millimetern hat und ungeschultes Personal auf der Baustelle arbeitet. Geschulte Handwerker wissen, dass man auch solche hauchdünnen Fugen schließen muss. So wie beim unteren Beispiel. Da wurde der Sparren immerhin in einem Abstand von 3 bis 4 Zentimetern zur Wand gesetzt, so dass man diesen Zwischenraum dämmen kann. Der luftdichte Anschluss besteht aus einer Spezialfolie mit Gewebe, das in den Innenputz eingebettet wurde.

(Ronny Meyer)

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