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Ronny Meyer: Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip

Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip:
Der Rohbau

Ronny MeyerDer Darmstädter Bau-Ingenieur Ronny Meyer und TV-Moderator zeigt in seinem neuen Buch „Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip“ wie einfach energie­effizientes Bauen ist. Hier stellen wir nun weitere nützliche Tipps aus diesem Buch vor.

Beim energiesparenden Bauen stellt sich immer wieder die eine Frage: Wie hoch sind die Mehrkosten? Hochwertiges Material und der Einsatz von Fachleuten haben nun mal ihren Preis. Doch der hält sich zum Glück in Grenzen.

Denn der echte Preisunterschied zwischen Billigbau und Qualität beträgt gerade mal 10 bis 20 Prozent. Obwohl man nun diese geringfügigen Mehrkosten locker über lukrative Förderkredite abfangen kann, schielen trotzdem viele Bauherren und Investoren auf den Gesamtpreis (Investitionssumme). „Geiz ist geil“ hat leider auch am Bau – vor allem zum Schaden der Bauherren – Spuren hinterlassen. So stellt sich nun trotz Fördermittel die Aufgabe, weiterhin die Baukosten und die monatlichen Raten (Zinsen, Tilgung, Nebenkosten) messerscharf im Auge zu behalten.

Lösung:

1. Schritt: Das Wichtigste ist, man entscheidet sich immer für komplette Systeme. Beim Rohbau müssen Mauerwerk, Stürze, Rollladenkästen und so weiter aus einer Hand kommen. Dann funktioniert die Baustelle in aller Regel reibungslos.
2. Schritt: Die Wände im Erd- und Dachgeschoss bestehen beim „Hot-Dog-Prinzip“ entweder aus 36,5 Zentimeter dicken Wärmedämmsteinen, oder sie sind 24 Zentimeter dick plus 12 Zentimeter Zusatzdämmung. Das ist bauphysikalisch perfekt und spart auf Dauer hohe Heizkosten.
3. Schritt: Ein eingespieltes und motiviertes Team ist Gold wert (bei guter Arbeitsatmosphäre steigt die Produktivität um bis zu 30 Prozent).

Fazit: Mit Herz und Hirn bietet man den Baukosten die Stirn.

Anlegen der InnenwändeDer Bau des Erdgeschosses beginnt wieder mit dem Anlegen der Ecksteine. Im Gegensatz zum Keller gibt es aber nun recht viele Fensterflächen (vor allem nach Süden). Achtung: Zwischen bodentiefen Fenstern stehen Wandscheiben, die nur durch Innenwände ausgesteift werden. Damit diese Außenwandscheiben während der Bauphase nicht durch starken Wind oder Unachtsamkeit umgestoßen werden können, legt man jetzt auch gleich die Innenwände an (Bild 1). Danach die Ecken hochziehen und Steinschicht für Steinschicht Richtung Erdgeschossdecke arbeiten.

Falls keine Rollladenkästen geplant sind, baut man die Stürze über Fenstern und Türen genau so wie im Keller (Massivstürze oder U-Schalen zum Ausbetonieren). Da man wegen des Haustechnikschachtes (Bild 2) keine Steine für Rohrleitungen und Kabelstränge schlitzen muss, wachsen die Porenbetonmauern noch schneller als erwartet. Eine Vier-Mann-Truppe braucht auf diese Weise für ein Geschoss normalerweise nicht mehr als zwei Tage – wenn man mit einem starken Team anrückt und jeder Handgriff sitzt.

Da kann man nun wirklich nicht meckern: High-Quality-Bau in Formel-1-Geschwindigkeit zum vernünftigen Preis.

HaustechnikschachtDanach erfolgt die Verlegung der Decke und das Einsetzen die Fertigteiltreppe. Und dann? Ab ins Dachgeschoss, denn dort warten noch ein paar Paletten voller Steine.

RohbauWeiter geht es mit dem Ringanker, den man als Auflager fürs Dachgebälk braucht (alternativ: Sandwich-Dach/EnergieEinsparDach). Die genauen Abmessungen des Auflagers stimmt man am besten rechtzeitig mit dem Zimmermann ab.

Jetzt wird eigentlich nur noch eine perfekte Giebelschräge benötigt. Kein Problem: Die Dachneigung vom Plan auf die Steine übertragen, dann Bandsäge starten und ein letztes Mal Dünnbettmörtel anrühren.

(Ronny Meyer)

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