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Ronny Meyer: Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip

Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip:
Dachaufbau

Ronny MeyerDer Darmstädter Bau-Ingenieur Ronny Meyer und TV-Moderator zeigt in seinem neuen Buch „Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip“ wie einfach energie­effizientes Bauen ist. Hier stellen wir nun weitere nützliche Tipps aus diesem Buch vor.

DachaufbauNachdem in der letzten Folge die Maurerarbeiten abgeschlossen wurden, geht es nun mit dem Dach weiter.

Dämmstreifen auf den Giebelmauern verlegenDas Haus wird nun von oben mit dem EnergieEinsparDach (Fach-Jargon) in jeglicher Hinsicht dicht gemacht. Der erste Schritt ist das Aufstellen der Unterkonstruktion: Pfetten und eine Kehlbalkenlage (erinnert an einen traditionellen Dachstuhl und kann später Spitzboden oder Hochbett werden. Oder das Gebälk bleibt so, wie es ist – sieht auch klasse aus).
Auf den Giebelmauern Dämmstreifen verlegen (siehe Bild). Danach die Sandwich-Platten vom Lkw aufs Dach setzen. Das Verlegen, Ausrichten und Montieren der Platten dauert etwa einen Vormittag lang. Und was folgt am Nachmittag? Na, was wohl? Richtfest feiern!

Wenn man sich heute Dächer ansieht fällt zunächst nichts Ungewöhnliches auf. Nur manchmal schaut man genauer hin, wenn Farbe und Form etwas prägnanter sind. Doch Dächer haben auch „innere“ Werte, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht: Großflächen-Dachsteine zum Beispiel, Sie wirken aufgrund ihrer Größe nicht nur eleganter, sondern sie sparen beim Verlegen auch richtig Zeit. Gut ein Viertel lässt sich einsparen.

Da haben wir also den Dachstein, der hilft, Zeit zu sparen und der auch noch optisch prima daherkommt. Jetzt schicken wir als Konsequenz daraus unsere Handwerker aber nicht schon am frühen Nachmittag nach Hause. Nein, wir investieren die gewonnene Zeit dort, wo meist eine halbe Stunde gespart wird und sich dann große Bauschäden zeigen. Zum Beispiel beim Einbau der Dachflächenfenster. Auch dort kommt es auf die Details an. Der luftdichte Anschluss wird bei Dachflächenfenstern oftmals einfach ignoriert. Doch durch kleinste Fugen in der Dachhaut, geht sehr viel Raumwärme verloren. Deshalb sind dort ein paar Minuten mehr Arbeitszeit eine sinnvolle Investition.

Abgase und Schmutz in der Umwelt lassen Dächer und Fassaden innerhalb von wenigen Jahren altern und ergrauen. Das ist ärgerlich. Vor allem Dächer sind dieser Belastung besonders ausgesetzt. Doch die Tüftler der Hersteller haben dafür inzwischen längst eine Lösung gefunden: Selbstreinigende Oberflächen. Schmutz kann sich nicht mehr am Bauteil „festkrallen“, die mikrofeine Oberfläche gibt den winzigen Partikeln einfach keinen Halt mehr. Der nächste Regen spült sie ab. Zu erkennen sind die selbstreinigenden Dachziegel an der Fachbezeichnung „Longlife“. Übrigens: Moderne Dachflächenfenster gibt es auch mit „Du-musst-mich-niemals-mehr-putzen-Oberfläche“.

DämmungEs ist noch gar nicht so lange her, da kosteten Öl und Gas fast gar nichts und es genügte, acht bis zehn Zentimeter Dämmung zwischen die Sparren zu stopfen. Hinter der Dämmung blieb Platz für eine Entlüftung. Feuchtigkeit wurde vom Wind rausgepustet. Sowas nannte man „Kaltdach“.

1995 ging es mit der Wärmeschutzverordnung in die nächste Runde: ab sofort waren Dämmstoffdicken von 16 bis 18 Zentimeter angesagt. Man musste jetzt die Sparrenfelder komplett füllen (Vollsparrendämmung, „Warmdach“). Die maximal mögliche Dämmstoffdicke war erreicht.

Innen-Zusatzdämmung des DachsNun steigen die Energiepreise ständig weiter, man kann die Sparren aber nicht noch dicker einpacken. Doch! Zusatzdämmung heißt die Lösung. Entweder oben aufs Dach (Aufsparrendämmung) oder – was viel einfacher ist – raumseitig im Bereich der Unterkonstruktion der Beplankung. Die Dachdämmung muss am Schluss 22 bis 24 Zentimeter dick sein. Und bitte immer mit Wärmeleitzahl 035 (und nicht 040, nur weil es billiger ist!).

Superwichtig: Immer nur Komponenten von einem einzigen Hersteller verwenden. Dann kann nichts schiefgehen.

Ronny Meyer

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